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Kirche Aktuell vom 6.11.2026

publiziert am 6. November 2026

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Vom Winde gebläht

Ich habe mich neu verliebt. In die Ostsee. In diesen einen Camping­platz. Meer-Sand-Düne-Camping. Zwei Minuten zum Strand. Der Strand herrlich herbstlich leer, keine Bade­gäste, die meinen Hunde­spazier­gang gestört hätten (ausser diesem älte­ren Herrn, der am Morgen früh splitter­fasernackt in die Wellen ge­hüpft ist. Aber wirklich störend war er nicht). Und Sonnen­untergänge! Je­den Abend ein neues Geschenk am Himmel! 

Und dann kam diese eine Nacht. Ich wachte auf, weil mein Heckzelt knatterte und flatterte und sich wie ein Fallschirm hinten am Auto auf­blähte. Oh je, ein Sturm!! Auf dem Handy sah ich, dass der Wind noch zunehmen würde. Von 29 km/h auf mindestens 34. Noch mehr Wind würde mein Zelt nicht überleben. Und wie soll ich es allein zusammen­le­gen, ohne Hilfe? So lag ich wie ein ängstliches Kaninchen bebend und betend im Camper und schlief kaum, sammelte immer wieder mein gan­zes Gottvertrauen zusammen, damit es der Wind dann wieder verwehen konnte. Ich achtete auf jedes Ge­räusch. Und dann wurde es fünf Uhr oder vlt. auch sechs Uhr. Es war die Zeit, in der sich mein Hirn wieder aufstar­tete. Und ich überlegte: Wenn wir in der Schweiz einen Sturm ha­ben, dann haben wir Windge­schwin­dig­­keiten von 100 km/h. Und ich habe hier 34… Irgendetwas stimmt doch da nicht. Mutig schlüpfte ich aus dem Zelt und stellte fest, ja, es windete schon recht, aber na ja, nicht dra­matisch. Das Zelt hat den Wind viel stärker aufgebläht, als umge­kehrt… Das Zelt war ganz einfach abzu­bauen. Und dann habe ich noch­mals ein wenig geschlafen. 

In der Bibel steht immer wieder, wir dürfen, sollen und können auf Gott vertrauen. 

«Es ist ein Wesensmerkmal des Ver­trauens, dass es auf die Probe ge­stellt wird» (aus irgendeinem Buch, das ich letztens gelesen habe).

Gudrun Aebi, Kirchenpflegerin