KLASSE STATT MASSE
Eine Männergruppe aus unserer Kirchgemeinde hat sich auf eine Weinbergsafari begeben. Am schönen Kaiserstuhl haben sie neben der Degustation von verschiedenen Weinen auch über das Bibelwort vom Weinstock und den Reben in Johannes 15,5 nachgedacht.
In meiner Jungschizeit vor zig Jahren haben wir ein Lied zu diesem Bibelvers gesungen. Der Refrain ist mir noch geläufig:
Du bisch dr Wystock und mir sin d’Räbe,
wenn mir an dir sin, denn hämmers Läbe!
Der Weinstock ist die Verbindung der Rebe zum Boden und damit zum Wasser. Nur so kann sie leben und Frucht bringen. Die Qualität des Bodens spielt eine grosse Rolle im Weinbau, aber auch die Sonne und das Klima sind für die Reifung der Trauben wichtig. Das reicht trotzdem noch nicht für einen Superwein. Für eine spezielle Qualität muss der Winzer auch zur Rebschere greifen und damit den Ertrag reduzieren.
In der Bibel sind Bibelverse oft Bilder für das Leben. Gott ist der Weinstock, wir sind die Reben, die an ihm wachsen und gedeihen. Was ist meine Rolle dabei? Wie kann ich die Qualität «meiner» Trauben beeinflussen? Vielleicht muss ich im übertragenden Sinn nach der Schere greifen und mir überlegen, was für mich richtig und wertvoll ist, und was ich getrost weglassen kann, um die Qualität zu verbessern. Das tönt nach viel Arbeit, aber die Voraussetzungen für ein gelingendes Leben sind bereits vorhanden. Der Weinstock versorgt mich mit Halt und Wasser. Die Sonne hilft beim Reifen und der Winzer stutzt mich manchmal zurecht.
Zum Wohl!
Edith Maier, Sekretariat