NEULAND
In meinem letzten Editorial habe ich von meinen Ferienplänen erzählt. Auch darum, damit ich auf keinen Fall einen Rückzieher mache. Nachdem nämlich die ersten Einbauten in meinen Renault wunderbar funktioniert hatten, kam ein riesengrosses Motivationsloch. Was mache ich da? Zuhause ist es doch auch schön! Ich fragte Gott immer wieder, soll ich das wirklich durchziehen? Es kam kein himmlischer Daumen hoch, und ich dachte, Gott hat sicher Besseres zu tun, als sich um mich und mein Ferienproblem zu kümmern. Aber ich machte weiter Schritt für Schritt. Ich hatte mir das vorgenommen. Punkt! Nähte Vorhänge, kaufte Diverses, was ich noch brauchte, und bastelte Mückenschutzgitter für die Seitenfenster.
Die Antwort kam anders: Ich wurde beschenkt und bewahrt. Ich kam absolut unfallfrei durch die Reise. Das Gasleck am Gasschlauch hatte keine gravierenden Folgen. Jeder Campingplatz hatte entweder einen Schwimmteich oder lag an einem Fluss oder See, und ich bin so gerne am, im und auf dem Wasser! Bei jedem Ortswechsel hatte ich am Morgen beim Losfahren Bauchschmerzen der Unsicherheit und fand abends einen nächsten guten Platz, an dem es mir wohl war. Ich war zwar allein unterwegs, aber nie einsam.
Ich hatte mir ausgemalt, dass ich ganz viele malerische Sonnenuntergänge (und sicher keine -aufgänge) fotografieren würde, aber kein Campingplatz hatte freie Sicht nach Westen. Eines Morgens jedoch wachte ich auf und realisierte, es ist 10 Minuten vor Sonnenaufgang und gegen Osten weites Feld und gute Sicht.
Ja, Jesus hat für mich gesorgt, hat mich gefüllt mit guten Erinnerungen und mir geholfen, Ferien für mich neu zu erfinden. Vielleicht brauchst du nicht neue Ferien und dein Mangel, dein Schmerz, deine Verletzung ist ganz anders geartet. Jesus wird auch für dich sorgen, wenn du ihn darum bittest!
Gudrun Aebi, Kirchenpflegerin